Gut, besser, Shopware 5.5

Shopware 5.5

Gut, besser, Shopware 5.5

Der Shopware Community Day hat schon so einige Meilensteine hervorgebracht. Der neueste Clou ist Shopware 5.5 und steht jetzt zum Download bereit. Was gibt’s Neues? Bei uns erfahren Sie es:

 

1. Business Intelligence

Künstliche Intelligenz für Shopbetreiber. Schon lange keine Zukunftsmusik mehr. Shopware bringt die Neuheit so auf den Punkt: „Es geht darum, aus der Vielzahl von Daten, die jedem Händler zur Verfügung stehen, die richtigen Schlüsse zu ziehen und Wissen abzuleiten. Dazu stellt Shopware neue intelligente Statistiken bereit, die die bereits vorhandenen Informationen um zusätzliche Aspekte anreichern und Händler auf interessante Zusammenhänge aufmerksam machen – Beispiele dafür sind etwa die Umsatzprognose auf Basis historischer und saisonaler Daten und die Erkennung von potenziellen neuen Zielgruppen in der Kundenstruktur.“ So können z.B. die eigenen Umsatzzahlen mit den Durchschnittszahlen der Mitbewerber verglichen werden. Diese und andere Zahlen sollen helfen, die richtigen Schlüsse zu ziehen und den eigenen Online-Shop entsprechend optimieren zu können. Aber Achtung: In Zeiten der DSGVO muss zur Nutzung dieser Neuheit der anonymisierten Datenübertragung an Shopware zugestimmt werden.

2. Datenmassen mit Übersicht

Eine kostenlose Elasticsearch-Anbindung brachte schon seit Shopware 5.1 in allen Lizenz-Modellen ein neues Know-How in Sachen Performance für die Suche und Kategorie-Darstellung für Online-Shops mit hohen Artikelzahlen mit sich. Diese Vorteile kamen aber bisher nur den Kunden, also den Frontend Usern zu gute. Hier sorgte die Elasticsearch-Anbindung für schnellere Performance. Im Backend musste weiterhin auf die MySQL-Datenbank zugegriffen werden, um z.B. die Artikel-Übersicht aufzurufen. Die Darstellung aufwendiger bzw. umfangreicher Artikel-Übersichten oder gar die Suche nach einem ganz speziellen Produkt zog so schnell lange Wartezeiten (>1 Minute) mit sich. Für diesen negativen Effekt reichte tatsächlich schon ein sechs- oder siebenstelliges Produktportfolio aus. Selbst wer hiervon nicht betroffen war, musste sich gegebenfalls mit einem ähnlichen Problem herum schlagen, wenn die Kundenanzahl eine gewisse Größe erreicht hatte.
Kein besonders gutes Gefühl, für eine große Kundendatei quasi „bestraft“ zu werden und hier setzt Shopware 5.5 mit dem neuen Feature für das Shopware Backend an. So gibt es die Elasticsearch-Anbindung jetzt auch „am anderen Ende des Regenbogens“, nicht mehr nur zum Vorteil der Kunden im Frontend, sondern auch zum Vorteil der Shopbetreiber im Backend. Zusätzlich aktivieren lässt sich das Backend-Feature ganz einfach in der config.php. Da sich allerdings die Indexe für Elasticsearch im Front- und Backend unterscheiden, ist es wichtig, diese über eigene Befehle zu erstellen und zu aktualisieren.

3. Ein Gewinn an Performance mit administrativem Mehraufwand

Performancetechnisch ist die Umstellung in Shopware 5.5 des Backends auf Elastasticsearch ein echter Meilenstein. Doch auch diese Medaille hat bedauerlicherweise zwei Seiten. Um die Vorteile der Umstellung genießen zu können, müssen wir in Kauf nehmen, dass wir dank Elastasticsearch auch einen administrativen Mehraufwand mit einplanen müssen. Das „Problem“ der Nutzung von Elasticsearch ist aus dem Frontend bereits bekannt und verlagert sich ebenso in die Backendnutzung. Die Elasticsearch-Indexe müssen sowohl im Front- als auch im Backend regelmäßig aktualisiert werden, wenn z. B. ein neuer Artikel angelegt wird. Geschieht dieses nicht, ist er schlichtweg nicht sichtbar. Genau deshalb bietet es sich an, die Elasticsearch-Aktualisierung zu aktualisieren. Möglich wäre dies z. B. mit einem sogenannten Cronjob. Diese automatische Aktualisierung geschieht in dem Fall jedoch leider nicht in Echtzeit, so dass ein paar Minuten vergehen, bis das Produkt in der jeweiligen Übersicht erscheint und von dort aus für weitere Bearbeitungsoptionen aufgerufen werden kann. Natürlich gilt dies ebenso für Bestellungen und auch Kundenstammsätze. Es gilt also abzuwägen, ob eine Umstellung auf Elasticsearch im Einzelfall tatsächlich Sinn macht. Faustregel hierzu dürfte sein: Umso mehr Daten vorhanden sind, umso sinnvoller ist die Umstellung auf Elasticsearch.

4. Mit Shopware 5.5 auch international gut aufgestellt

Für die Internationalisierung eines Unternehmens ist es unerlässlich, auch eine englische Shopvariante anzubieten. Bisher musste in Shopware mühevoll für jede weitere Sprache ein weiterer Kategoriebaum samt eigenen Shop-Seiten angelegt werden. Die bloße Übersetzung der vorhandenen Menüstruktur war nicht möglich. So vervielfachte sich natürlich auch die Artikel-Kategorie-Zuordnung. Alles andere als optimal. Mit Shopware 5.5 können international aufgestellte Unternehmen sich über eine große Vereinfachung freuen. Die Übersetzung des Kategoriebaumes ist jetzt endlich möglich. Doppelte Einträge in der Datenbank entfallen und auch der Aufwand wird deutlich minimiert. Sogar einzelne Seiten profitieren samt Menüstruktur von dem neuen Feature und können mit Shopware 5.5 übersetzt werden. Der einzige Wermutstropfen der bleibt ist, dass bisher noch immer eine Möglichkeit fehlt, um Formulare wie z. B. das Kontaktformular übersetzbar zu machen. Auch mit Shopware 5.5 müssen diese noch für jede Sprache individuell eingepflegt werden.

Alles in allem ist Shopware 5.5 eine vielversprechende Erweiterung der beliebten E-Commerce-Lösung. Ein Test bzw. eine Umrüstung lohnen sich also auf jeden Fall! Benötigen Sie hierfür Hilfe, sind wir gerne für sie da!